Manche Erkenntnisse, die für die Geldanlage relevant sind, haben auch in ganz anderen Lebensbereichen ihre Gültigkeit. So ist es auch mit der "Diversifikation", der breiten Streuung: Arbeit auf viele Schultern verteilt erledigt sich schneller und leichter. Teams mit unterschiedlichen Mitglidern performen besser. Salatbuffets sind deutlich attraktiver mit mehr Auswahl und die bunt-gemischte Gummibärchen-Packung hat schließlich auch ihre Daseinsberechtigung ;-)
Doch auch in der Natur spielt Artenvielfalt eine riesige Rolle, nicht nur beim Anpflanzen von unterschiedlichen Blumen im Garten für eine ganzjährige Farbenpracht, sondern auch im Wald. Und dort ging es Ende September mit den Jungen Landfrauen Oppenweiler hin: in den schönen schwäbisch-fränkischen Wald direkt vor unserer Haustür.
Treffpunkt war der Grillplatz Rosstall, wo auch alle etwas stärker-motorisierten Teilnehmerinnen rechtzeitig eintrafen. Nach einem kurzen Kennenlernen und einem warmen Tee ging es dann über den Badewannenweg und das Sauloch wieder zurück.
Unterwegs haben wir gelernt, die Rotbuche von der Hainbuche zu unterscheiden. Dass die auf dem Boden liegenden "Tannen"zapfen eigentlich Fichtenzapfen sind. Und warum das Logo der Rothaus-Brauerei falsch herum ist. (Wer weiß es? - gern kommentieren!)
Wir haben gesammelt, was der Wald hergibt um daraus später Kränze zu binden. (siehe Foto).
Bei einem der vielen Stopps, die wir genutzt haben um uns ganz bewusst die Umgebung, die Bäume, Hecken, Zapfen und Schneckenhäuser anzuschauen, haben wir uns auf ein Spiel eingelassen. Ich nenne es mal “Herbstwald”. Jede von uns zog verdeckt einen Zettel, auf dem eine Baumart stand. Wir stellten uns ganz dicht zusammen, hakten uns unter. Unsere Führerin erzählte eine Geschichte über die Bäume des Waldes. Sobald die eigene Baumart darin genannt wurde, ließ man sich fallen. Die anderen hielten einen.
In der zweiten Runde zogen wir wieder. Wieder eine Geschichte. Als die erste Baumart genannt wurde, fielen alle um. Die Führerin hatte uns heimlich allen dieselbe zugeteilt.
Bei Sturm fällt die ganze Monokultur, während die Mischkultur hält.
Auf dem Rückweg hatte ich ein Gespräch darüber, dass es bei Geld genauso ist. Alles in eine Aktie, eine Branche, ein Land oder ein einziges Projekt: Wenn der Sturm genau das trifft, fällt alles auf einmal. Breit streuen heißt nicht, dass nie etwas fällt. Es heißt, dass nicht alles gleichzeitig fällt und die anderen einen halten.
Beim nächsten Sturm will ich nicht die einzige Fichte im Wald sein. Vielen Dank an die Jungen Landfrauen Oppenweiler für diese neue schöne Metapher.
Eure Finanzmentorin Franziska