Es gibt Themen, mit denen beschäftigen wir uns besonders gern. Und dann gibt es die, die wir lieber möglichst weit von uns wegschieben.
Krisenvorsorge gehört für mich ein bisschen zur zweiten Kategorie. Nicht, weil ich es für unwichtig halte – ganz im Gegenteil. Aber wer denkt schon gerne darüber nach, was passiert, wenn plötzlich der Strom ausfällt, das Handy nicht mehr funktioniert oder wir für einige Tage nicht einfach einkaufen können?
Dabei haben wir in den letzten Jahren eigentlich erlebt, wie schnell sich unser Alltag verändern kann. Während der Pandemie waren plötzlich Dinge nicht mehr selbstverständlich, die wir vorher nie hinterfragt hatten. Und trotzdem haben wir seitdem schon wieder erstaunlich viel davon verdrängt.
Beim gestrigen Finanz-Frühstück im September ging es deshalb unter anderem um den Notgroschen und um Krisenvorsorge. Anlass war die aktuelle Kampagne des Rems-Murr-Kreises: „Älles parat?“. Dabei haben wir zunächst über eine ganz andere Frage gesprochen: Wie hoch sollte ein Notgroschen eigentlich sein?
Eine einfache Antwort darauf gibt es nicht. Was sinnvoll ist, hängt von der eigenen Lebenssituation ab, vom Einkommen – und dabei nicht nur von der Höhe, sondern auch davon, wie verlässlich es ist. Auch die Frage, wie viel Bargeld man zuhause haben möchte, ist individuell.
Und dann sind wir bei einem Punkt gelandet, der beim Thema Vorsorge leicht untergeht: Ein Notgroschen besteht nicht nur aus Geld. Was passiert, wenn plötzlich der Strom ausfällt? Wenn digitale Bezahlsysteme nicht funktionieren? Wenn wichtige Dokumente gerade nicht greifbar sind? Wenn ich Medikamente brauche oder für ein paar Tage nicht einkaufen kann?
Vorsorge bedeutet für mich deshalb nicht, für jede denkbare Katastrophe perfekt ausgestattet zu sein. Es geht vielmehr darum, sich einmal mit der Frage zu beschäftigen: Was könnte eigentlich passieren – und was würde ich dann brauchen? Genau dabei finde ich die Kampagne „Älles parat?“ des Rems-Murr-Kreises hilfreich. Sie zeigt ganz praktisch, welche Bereiche zur persönlichen Krisenvorsorge gehören können, und verweist auch auf den Ratgeber des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.
Denn man muss nicht sofort den perfekten Notvorrat zuhause haben. Man muss auch nicht jede denkbare Krise durchplanen. Der erste Schritt ist viel einfacher: sich überhaupt einmal damit auseinanderzusetzen. Denn genau dadurch entsteht etwas, das mir persönlich mindestens genauso wichtig ist wie ein gut gefüllter Vorratsschrank: Krisenresilienz. Wenn wir uns vorher schon einmal mit möglichen Situationen beschäftigt haben, sind wir eher in der Lage, ruhig zu bleiben und handlungsfähig zu bleiben, wenn tatsächlich etwas anders läuft als geplant. Und auch das hat für mich mit Finanzen zu tun.
Was genau Krisenresilienz für mich bedeutet und warum sie für mich eine Finanzfrage ist, dazu schreibe ich demnächst noch einen eigenen Beitrag.
Deine Finanzmentorin Franziska