Vielleicht ist mehr möglich, als du denkst

Veröffentlicht am 3. August 2026 um 10:24

Wenn wir einmal sichtbar machen, wo wir heute stehen, verändert sich oft unser Blick auf die Zukunft. Beim letzten Finanzstammtisch haben wir uns deshalb nicht nur gefragt, welches Vermögen realistisch entstehen kann – sondern auch, was eigentlich möglich wäre, wenn wir größer denken.

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Im letzten Beitrag habe ich darüber geschrieben, warum es so wertvoll sein kann, die eigenen Zahlen einmal sichtbar zu machen. Denn manchmal passiert etwas Spannendes, wenn wir nicht mehr nur ein diffuses Gefühl haben, sondern tatsächlich sehen, wo wir stehen: Der Blick auf die Zukunft verändert sich. Aus „Wird das reichen?“ wird plötzlich eine andere Frage:

„Was wäre eigentlich möglich?“

Genau diese Frage hat uns auch beim letzten Finanzstammtisch beschäftigt. Nachdem wir uns angeschaut hatten, welches Vermögen aus heutiger Sicht wahrscheinlich entstehen kann, ging es um den nächsten Schritt: 

Was wäre unser persönliches Traumvermögen?

Nicht im Sinne von „immer mehr anhäufen zu müssen“. Sondern als Gedankenexperiment: Was wäre möglich, wenn wir größer denken würden als bisher? Beim Thema Vermögensaufbau denken viele Menschen zuerst an das eigene Depot. Und natürlich: Ein langfristiger ETF-Sparplan kann ein wichtiger Baustein sein. Aber Vermögen entsteht nicht ausschließlich dadurch, dass wir vorhandenes Geld investieren. Es entsteht auch durch Ideen. Durch Fähigkeiten. Durch Dinge, die wir erschaffen.

Beim Stammtisch haben wir darüber gesprochen, welche unterschiedlichen Wege es geben kann: Ein eigenes Unternehmen (keine Selbstständigkeit), ein Buch, das das eigene Wissen weitergibt. Digitale Angebote. Und natürlich auch: Ganz neue Möglichkeiten durch Künstliche Intelligenz.

Ein schönes Beispiel direkt aus unserer Runde: Sandra Jungklaus hat bei uns im Netzwerk gerade ihre Buch-Umfrage gestartet – ein toller erster Schritt, eine eigene Idee weiterzuentwickeln und sichtbar zu machen. Sie wird dazu auch noch einen Text bei uns teilen, um das Ganze genauer zu erklären.

Was wir aber auch festgestellt haben: Nicht jede Idee passt zu jedem Menschen. Trotzdem ist die entscheidende Frage manchmal nicht: „Kann GENAU DAS funktionieren?“ Sondern: „Welche Möglichkeiten sehe ich überhaupt? Wie kann ich diese Idee auf mich anpassen?“

Denn wenn wir nur innerhalb der Wege denken, die wir bereits kennen, bleiben auch unsere Möglichkeiten innerhalb dieser Grenzen. Und ein Gedanke ist mir dabei besonders wichtig: Größer denken bedeutet nicht automatisch, noch mehr leisten zu müssen. Wirklich nicht. Wir Frauen leisten sowieso schon unfassbar viel ohne uns dessen überhaupt bewusst zu sein! Es geht also definitiv nicht darum, sich noch mehr Aufgaben aufzuladen oder permanent schneller, besser und effizienter werden zu müssen. Es geht darum, bewusster zu entscheiden: Welche Tätigkeiten zahlen wirklich auf meine langfristigen Ziele ein?

Welche Aufgaben gehören zu meinen epA – meinen einkommensproduzierenden Aktivitäten?

Und was darf ich vereinfachen, abgeben oder anders lösen? Denn niemand von uns muss alles alleine können. Genau deshalb sind Netzwerke wie unser STammtisch so wertvoll. Nicht, weil andere unsere Lücken füllen sollen. (Dazu schreibe ich übrigens bald noch einen eigenen Beitrag unter dem Titel „Du bist nicht die Lösung“.) Nicht, weil wir plötzlich alles delegieren müssen. Sondern weil wir uns gegenseitig neue Perspektiven eröffnen. Manchmal braucht es einen Menschen neben uns, der eine Frage stellt, die wir uns selbst noch nie gestellt haben. ("Ich muss erstmal mehr wissen, damit ich weiß, welche Fragen ich stellen kann.")

Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis aus diesem August-Stammtisch: Wir unterschätzen nicht nur manchmal unser zukünftiges Vermögen. Wir unterschätzen auch, was möglich wird, wenn wir bereit sind, größer zu denken.